| Was Michael Steiner aus dieser Alpensage gemacht hat, ist ein Stück raffiniertes Kino. Mit einer Rahmenhandlung fängt der Streifen an und schliesst auch damit. Bis wenige Minuten vor Schluss meint man, dass sich das eben gesehene Geschehen logisch erklären lasse, und dann zerstört Steiner diese Hoffnung. So bleibt denn ein gutes Stück Mystik zurück. Da die Sage von den drei Hirten auf einer einsamen Alp, welche sich aus Stroh ein Tuntschi bauen, um sich sexuell zu befriedigen, keinen abendfüllenden Film ergeben hätte, lässt er Motive einfliessen, welche an Kaspar Hauser erinnern. Ein düsterer Film in einer hochalpinen Landschaft, enge Gassen in ärmlichen Dörfern bestimmen die Bilder und strenge Sitten und Gebräuche und ein gutes Stück Gewalt kennzeichnen den Inhalt des faszinierenden Werkes. Der Bündner Schauspieler Andrea Zogg ist als einheimischer Alphirt in seinem Element, Carlos Leal gibt den Fremden und Joel Basman den Jungknecht. Sie kennen die Sage, doch als eine junge, stumme und etwas seltsame Frau auftaucht, vergessen sie dies alles. Eine Frau, die sich rächen will, für das, was die Menschen an ihr getan haben. Ein Schweizerfilm von Format. |